Jetzt haben wir ein Pro­blem. Nach der Hes­sen­wahl — übri­gens ein lega­ler demo­kra­ti­scher Vor­gang, nur um klar­zu­stel­len, dass ich mich auf dem Boden der Ver­fas­sung bewe­ge –, die ja auch teil­wei­se per Wahl­com­pu­ter durch­ge­führt wur­de1, bricht Panik aus. Nicht nur bei der FDP, die mal wie­der umzu­fal­len droht, son­dern auch bei den Arbeitgebern:

Die Regie­rung in Ber­lin wer­de sich noch stär­ker auf Leis­tungs­emp­fän­ger kon­zen­trie­ren und die Leis­tungs­trä­ger noch stär­ker ver­nach­läs­si­gen, mein­te [der Prä­si­dent des Insti­tuts für Wirt­schafts­for­schung Ber­lin (DIW), Klaus Zim­mer­mann]. «Das ist eine gefähr­li­che Poli­tik, da sie Wirt­schafts­wachs­tum kos­ten kann und dau­er­haft nicht zu mehr Wohl­stand führt.» (net­zei­tung)

Das ist ja auch eine Saue­rei! Nach­dem man sich müh­sam über die Run­den geret­tet hat mit der Dis­kus­si­on um Kür­zun­gen bei Hartz IV und gleich­zei­ti­gem Anstieg der Mana­ger­ge­häl­ter im zwei­stel­li­gen Bereich, droht nun in einem Bun­des­land der Kom­mu­nis­mus2.
Herr Thu­mann, sei­nes Zei­chens Prä­si­dent des BDI, betrach­tet die Ent­wick­lung „mit gro­ßer Sor­ge“, da nur die Wirt­schaft „Arbeit schaf­fe“. Ähm, was? Ich stim­me ihm aber zu: es ist eine Unge­heu­er­lich­keit, wenn sich Men­schen, die eigent­lich gar nicht mehr zum Pro­duk­tiv­ver­mö­gen des Lan­des bei­tra­gen als Ande­re, mit einer Ent­loh­nung ver­sor­gen bzw. sich selbst neh­men kön­nen, die ihrer Leis­tung in den kei­ner Wei­se entspricht.
Herr Thu­mann, ich mei­ne, auch Sie soll­ten leis­tungs­ge­recht bezahlt wer­den. Ande­rer­seits: wir kön­nen ja nie­man­den ver­hun­gern las­sen. Auch wenn er nur BDI-Prä­si­dent ist.


  1. Was mit­hin ver­fas­sungs­recht­lich pro­ble­ma­tisch sein kann, da es laut CCC zu eini­gen „Merk­wür­dig­kei­ten“ kam (sie­he auch hier). 

  2. oder zumin­dest das, was die Her­ren Unter­neh­mens­an­füh­rer dar­un­ter ver­ste­hen