Nach­dem jetzt alle mög­li­chen Regie­rungs­ver­tre­ter inklu­si­ve Entou­ra­ge und Pres­se­stab nach Bali geflo­gen waren (und damit tüch­tig Dreck in die Luft gebla­sen haben), keh­ren sie nun mit NIX zurück. Man einig­te sich dar­auf, die Gesprä­che fort­zu­set­zen. Na, das hät­te man auch per Sky­pe-Kon­fer­renz errei­chen kön­nen. Das ist kein Erfolg, das ist noch nicht mal ein Kom­pro­miss (denn das bedeu­tet ja, dass es eine noch schlech­te­re Lösung hät­te geben kön­nen) – das ist Ver­sa­gen auf gan­zer Linie:

So wird die Ver­drän­gung und Ver­leug­nung insti­tu­tio­na­li­siert und das Han­deln vertagt.
(tele­po­lis)

Aber das ist kein Ver­sa­gen des Kli­ma­schut­zes, son­dern ein Ver­sa­gen der inter­na­tio­na­len Poli­tik. Das ist ein Ver­sa­gen eines diplo­ma­ti­schen Instru­men­ta­ri­ums, dass sich eigent­lich seit Bis­marcks Zei­ten nicht ver­än­dert hat: Der Lang­sams­te (USA, Kana­da et al.) gibt das Tem­po vor und alle ande­ren fol­gen fro­hen Her­zens, weil sie nicht den schwar­zen Peter des schlech­ten Gewis­sens (sofern über­haupt vor­han­den) haben müssen.
Mit ande­ren Wor­ten: weil sich die Dino­sau­ri­er zum Aus­ster­ben nur lang­sam auf en Rücken dre­hen, rei­ten wir sie noch ein biss­chen. Das Ein­zi­ge, was wirk­lich auf der Stre­cke bleibt, ist zunächst nur der Irr­tum, man müs­se Kli­ma­schutz im inter­na­tio­na­len Rah­men betrei­ben oder gar nicht. Das ist aber kei­ne Poli­tik, das ist Ver­ant­wor­tungs­dif­fu­si­on.
Was spricht eigent­lich dage­gen, sich ein­mal das alte Werk „Small is Beau­ti­ful“ von Shoema­ker vor­zu­neh­men und sich zu über­le­gen, unab­hän­gig von den Kolos­sen zum tech­no­lo­gi­schen Vor­rei­ter in Sachen Kli­ma­schutz zu wer­den? War­um kann man stren­ge Vor­ga­ben nicht ein­fach umset­zen, damit einen Inno­va­ti­ons­schub erzeu­gen, dem die ande­ren, wenn sie denn mal auf­wa­chen, nur hin­ter­her­lau­fen können?
War­um tre­ten wir gleich­zei­tig aufs Gas wie der Umwelt­mi­nis­ter und auf die Brem­se wie der Wirt­schafts­mi­nis­ter? So geht es sicher­lich nicht. Wen wir schon nach­hal­tig unse­re Zukunft und die unse­rer Kin­der zer­stö­ren und unser qual­vol­les Able­ben auf die­sem Pla­ne­ten beschleu­ni­gen wol­len, dann immer raus mit dem Dreck: Kon­sum, Kon­sum, Kon­sum! Schmeißt das Ben­zin auf die Stra­ße, sägt die Bäu­me um und ver­sie­gelt die Land­schaft! Weg mit der Natur, die steht unse­rem Wohl­stand nur im Weg! Rück­sicht­nah­me ist eine Zier, doch ver­dient man bes­ser ohne ihr.
Was schert mich die Zukunft mei­ner Kin­der? Die sol­len doch selbst sehen, wie sie damit klar kom­men. Es gibt doch sicher­lich och ein paar uner­schro­cke­ne Wis­sen­schaft­ler, die mir für gutes Geld die pas­sen­de kli­ma­to­lo­gi­sche Theo­rie lie­fern kön­ne, oder? Alles ist schließ­lich käuf­lich – außer mei­nem Tod natürlich …