Nach dem heu­ti­gen Urteil des säch­si­schen Arbeits­ge­richts, dass auch wirt­schaft­li­ch emp­find­li­che Berei­che wie der Güter- und Fern­ver­kehr bestreikt wer­den dür­fen, bin ich doch ob des weit ver­brei­te­ten „Durch­re­gie­rens“ sei­tens deut­scher Groß­un­ter­neh­men und der dar­an ange­schlos­se­nen Bun­des­re­gie­rung etwas beru­higt.
Immer­hin ist Streik­recht ein demo­kra­ti­sches Grund­recht, für das seit 150 Jah­ren vie­le Men­schen ihr Leben ein­ge­setzt haben. Es soll die Verhandlungs“partner“ bei Tarif­kon­flik­ten gleich­stel­len. Jetzt sind die Schwer­ter wie­der gleich lang. Die Lok­füh­rer­ge­werk­schaft darf den Bahn­vor­stand mal kräf­tig tre­ten, nach­dem man sie aufs Abstell­gleis gescho­ben hat­te, damit sie dort ihr Müt­chen am wirt­schaft­li­ch neben­säch­li­chen Nah­ver­kehr küh­len durf­te.
Damit ist jetzt Schluss.

Wenn Wirt­schafts­in­sti­tu­te und auch der Ver­kehrs­mi­nis­ter (dem ja immer­hin der Bahn­vor­stand unter­steht) vor den volks­wirt­schaft­li­chen Schä­den bei län­ge­rer Streik­dau­er war­nen, dann liegt der Ball nun ein­deu­tig bei Herrn Meh­dorn. Nur der Vor­stand der Bahn kann durch kon­kre­te Ver­hand­lun­gen (statt sym­bo­li­scher Ange­bo­te) noch ein ech­tes Ver­lust­ge­schäft abwen­den.

Streik ist wie Medi­zin: sie muss bit­ter schme­cken, son­st wirkt sie nicht.

PS: Eine knap­pe Ana­ly­se der wei­ter­rei­chen­den Bedeu­tung ist auch hier zu fin­den.