Der Auf­sichts­rat der Bahn, das ist das Gre­mi­um, dass dafür – meist recht ordent­lich — bezahlt wird, dem Vor­stand auf die Fin­ger zu schau­en1, stellt sich hin­ter den Vor­stand. Um sich zu ver­ste­cken natür­lich auch, aber auch, um ein wei­te­res Bei­spiel für nicht funk­tio­nie­ren­de Gewal­ten­tei­lung in die­ser „Durchregierungs“-Republik zu liefern.
Eigent­lich soll­te es die Auf­ga­be des Auf­sichts­rats sein, die Auf­sicht zu haben, nicht den Kam­mer­die­ner zu machen. In die­ser Bezie­hung hat der Auf­sichts­rat der Bahn genau­so kläg­lich ver­sagt wie der bei Sie­mens, bei Daim­ler-Chrys­ler, bei VW, bei … Die Lis­te lässt sich in deut­schen Groß­un­ter­neh­men fast eben­so lan­ge wei­ter füh­ren, wie es eben die­se Unter­neh­men an Zahl gibt.
Der Auf­sichts­rat soll­te den Vor­stand ermah­nen, nun end­lich wie­der zu Pot­te zu kom­men, die per­sön­li­chen Ani­mo­si­tä­ten einer gewis­sen Pro­fes­sio­na­li­tät zu opfern und wie­der zu ver­han­deln. Tut er aber nicht.

Ange­sichts der Zah­len warn­te Bahn-Auf­sichts­rats­mit­glied Georg Brunn­hu­ber vor dem Ver­lust von Arbeits­plät­zen: «Die ers­ten Bahn­kun­den im Güter­ver­kehr haben in Fol­ge des Streiks bereits Jah­res­auf­trä­ge gekün­digt. Die GDL bedroht mas­siv Arbeits­plät­ze. Jeder wei­te­re Streik wäre eine Kata­stro­phe», sag­te Brunn­hu­ber2. (net­zei­tung)

Da wedelt der Schwanz mit dem Hund. Der Herr Abge­ord­ne­te ver­mischt hier poli­ti­sche mit wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen (das ist ja nor­mal), gießt aber gera­de­zu Öl ins Feu­er, denn wie ihm ver­mut­lich völ­lig unbe­kannt ist, strei­ken Men­schen nicht, weil ihnen zu Hau­se zu lang­wei­lig ist. Arbeit­neh­mer (nicht Beam­te) dür­fen nicht nur strei­ken, son­dern müs­sen es sogar dür­fen, um ihre Inter­es­sen durch­set­zen zu kön­nen. Ohne Streik haben wir hier Man­ches­ter-Kapi­ta­lis­mus, bei dem es nur noch um die per­sön­li­che Berei­che­rung geht.
Oh, ich ver­gaß, der ver­be­am­te­te Herr hat ja sich ja gera­de die Diä­ten erhöht. Hon­ni soît qui mal y pense.


  1. und auch mal auf Sel­bi­ge zu klop­fen 

  2. mehr zu dem Abge­ord­ne­ten UND Auf­sichts­rats­mit­glied bei wiki­pe­dia