Vor ein paar Jah­ren lau­te­te so der Titel eines Vor­trags zum The­ma „kon­ver­sa­tio­nel­le Impli­ka­tur“1. Heu­te stieß ich wie­der auf ein ähn­li­ches Phänomen:

Schlei­cher beton­te aber, dass dies kei­ne Ver­bes­se­rung dar­stel­le. Bei­de Tests sei­en wegen ihrer geän­der­ten Auf­ga­ben­struk­tur nicht ver­gleich­bar. Das jüngs­te Test­ver­fah­ren habe bestimm­te Stär­ken von deut­schen Schü­lern begüns­tigt, so Schlei­cher wei­ter. („Ers­te Ergeb­nis­se der neu­en PISA-Stu­die“, sie­he tagesschau.de)

Jetzt ste­he ich rat­los da: Wenn die gegen­wär­ti­gen Unter­su­chun­gen die Stär­ke der deut­schen Schü­ler bes­ser berück­sich­tig­ten, was haben dann die ande­ren PISA-Stu­di­en gemacht? Was wird da unter­sucht? Lan­des­ty­pi­sche Lern­mus­ter? Ich dach­te immer, die unter­su­chen die Stär­ken und Schwä­chen aller schu­li­schen Lern­sys­te­me anhand stan­dar­di­sier­ter Metho­den, um damit ver­gleich­ba­re Ergeb­nis­se zu erhalten.
Das scheint aber ein gro­ßer Irr­tum mei­ner­seits zu sein: In Wirk­lich­keit wird so lan­ge getes­tet, bis für alle Betei­lig­ten ein zufrie­den stel­len­des Ergeb­nis dabei ist, dann wird der Mit­tel­wert dar­aus gebil­det und beim gegen­sei­ti­gen Schul­ter­klop­fen fest­ge­stellt, wie viel Geld man zum Fens­ter raus­ge­wor­fen hat, ohne dass man etwas tun muss, denn es ist ja doch gar nicht so schlecht — wie das auf jeden Teil­neh­mer zuge­schnit­te­ne Ergeb­nis ja zeigt.
Und was sagen die Schü­ler, denen jetzt wie­der die Lern­mit­tel gestri­chen wer­den, weil es trotz Fach­kräf­te­man­gel wohl doch nicht so vie­le dum­me Jugend­li­che gibt, wie sich man­che Kul­tus­mi­nis­ter erhoff­ten erträum­ten annahmen?


  1. Bei einer Impli­ka­tur (oder auch: dem Impli­ka­tier­ten) einer sprach­li­chen Äuße­rung han­delt es sich um einen Bedeu­tungs­as­pekt, der durch die Äuße­rung zwar kom­mu­ni­ziert, aber vom Spre­cher nur ange­deu­tet wird (anstatt gesagt). Anders for­mu­liert: die Impli­ka­tur macht es einem Spre­cher mög­lich, mehr zu kom­mu­ni­zie­ren als er eigent­lich sagt.“ Sie­he wiki­pe­dia