Bio­sprit wird also laut einer Ankün­di­gung der tages­schau in einer kon­zer­tier­ten Akti­on der Bun­des­re­gie­rung1 und der Auto­in­dus­trie geför­dert werden.
Mal abge­se­hen davon, dass ich den Begriffs­ka­ta­log der Bio­kraft­stof­fe per se für einen wesent­li­chen Bei­trag zum Unwort des Jah­res hal­te, fin­de ich die­ses Vor­ha­ben hirn­ris­sig: Da wer­den jetzt Flä­chen, die sonst noch Jah­re bräuch­ten, um sich von der Über­dün­gung der Land­wirt­schaft zu erho­len, zu Wirt­schafts­gü­tern, da wer­den Wäl­der abge­holzt im Namen der Auto­fah­rer, als ob es nicht ein wesent­lich ein­fa­che­res Mit­tel zum Umwelt­schutz gäbe: Sparen.
Da der Durch­schnitts­bür­ger ver­mut­lich nur zwei Zugangs­we­ge zu sei­nem Ver­stand hat (einer geht über sei­ne Geni­ta­li­en, der ande­re über sei­ne Gesäß­ta­sche, also da, wo der Geld­beu­tel steckt), wäre es doch viel ein­fa­cher, man ver­teu­ert den Sprit.
Wir müs­sen uns von der Vor­stel­lung ver­ab­schie­den, dass die indi­vi­du­el­le moto­ri­sier­te Fort­be­we­gung der Inbe­griff des frei­en und selbst­be­stimm­ten Men­schen ist. Der Indi­vi­du­al­ver­kehr ist ener­gie­wirt­schaft­lich, öko­lo­gisch und sozio­lo­gisch ein Ver­bre­chen: Nir­gends sonst ster­ben in Frie­dens­zei­ten so vie­le Men­schen wie auf unse­ren Stra­ßen — von Krank­hei­ten2 ein­mal abge­se­hen –, nir­gends sonst wer­den sol­che unglaub­li­chen Ener­gie­res­sour­cen in die Luft gebla­sen und nir­gends sonst wird qua­drat­ki­lo­me­ter­wei­se das Land ver­sie­gelt wie für unse­re Stra­ßen und Parkplätze.
Wir ver­sün­di­gen uns an der Schöp­fung und den nach­fol­gen­den Gene­ra­tio­nen mit unse­rer Ver­schwen­dungs­sucht. Und da wir es eigent­lich bes­ser wis­sen soll­ten, ist das sogar vor­sätz­lich. Die Rech­nung wird unse­ren Kin­dern prä­sen­tiert wer­den, nicht unse­ren Poli­ti­kern oder uns selbst. Wir ver­hal­ten uns lebensfeindlich.
Dar­an ändert es auch nicht viel, wenn der Sprit zu 10% aus Schei­ße Klär­schlamm stammt. „Bio“ sieht anders aus.


  1. also mit mei­nen Steu­ern 

  2. die auch noch größ­ten­teils selbst ver­schul­det sind durch unmä­ßi­gen Kon­sum