Ich schmeiß‘ mich wech: Die MI1 will Musik ab sofort auch auf USB-Sticks ver­kau­fen (Golem).

Mit den USB-Sticks will Uni­ver­sal vor allem Kun­den im Alter zwi­schen 12 und 24 Jah­ren errei­chen, die die CD nicht mehr als „cool“ betrach­ten wür­den, wird Uni­ver­sal-Mana­ger Bri­an Rose in der Times zitiert. (ji)

Ganz lang­sam: USB-Sticks sind mitt­ler­wei­le Weg­werf-Arti­kel, Herr Rose. Die Din­ger ver­liert man schnel­ler als man das Geld ver­dient, um sie zu kau­fen, selbst wenn die Prei­se für die ein­ge­bau­ten Flash-ROMs im frei­en Fall sind. 
Und USB-Sticks sind Hard­ware, auf die man unter ande­rem auch Musik spei­chern kann. Also eine Art schnel­ler CD-RW-Ersatz: Daten drauf, trans­por­tie­ren, kopie­ren, löschen und wie­der von vor­ne. Men­schen ver­wen­den sie nicht, um Daten zu archi­vie­ren, son­dern um sie phy­sisch zu bewe­gen. Wenn man jetzt Musik dar­auf ver­kau­fen will, muss man wis­sen, dass die­se Sticks eine unheim­lich gerin­ge Halt­bar­keit haben. Das kann ich von der dar­auf gespei­cher­ten Musik nicht sagen: die will ich auch in ein paar Jah­ren noch hören.
Der Vor­schlag des Herrn Rose zeugt ent­we­der von unglaub­li­cher Dumm­heit oder von uner­hör­ter Arro­ganz (oder bei­des): „Ich ver­kau­fe Musik auf einem Medi­um, dass die Kids schnell ver­lie­ren oder das ihnen schnell kaputt geht. Dann kau­fen sie mei­ne Musik noch­mals.“ – Quatsch, die Kids wis­sen um der gerin­gen Halt­bar­keit und kopie­ren sich die Musik2.
Dumm ist der Vor­schlag auch, denn es ändert ja nichts an dem Pro­blem, dass Musik (und die damit ver­bun­de­ne Dienst­leis­tung, die ja das Geld kos­tet) nicht phy­sisch ist. Man kann sie nicht fest­bin­den. Musik ist frei. Die Dienst­leis­tung, sie bereit zu stel­len, kann man sich ver­gü­ten las­sen. Aber nicht indem man die Hard­ware wech­selt.
Mein Vor­schlag: er soll­te tat­säch­lich lie­ber einen USB-Stick neh­men als eine CD, um ihn dahin zu ste­cken, wo es bei ihm am dun­kels­ten ist. Nix für ungut.
😉


  1. Musik­in­dus­trie 

  2. wenn ich das ver­bie­te, wie­der­holt sich das Pro­blem der CDs: hard­ware­ge­bun­de­ner Kopier­schutz ist so sicher wie ein Hun­der­ter, den ich mir ans Auto tacker – schnel­ler geklaut als erstellt.