In der Süd­deut­schen fand ich heu­te den Arti­kel, dass die meis­ten Deut­schen mit ihrer Arbeit nicht glück­lich wür­den, höchs­ten zufrie­den. Behaup­tet der DGB, der das in einer Befra­gung nach­ge­wie­sen haben will1 .
Dann aber wird es selt­sam: Deut­sche sei­en des­we­gen unglück­lich, weil sie nicht auto­nom arbei­ten kön­nen.
Da haben wir ein Pro­blem: Man wird ja Ange­stell­ter, damit man nicht auto­nom arbei­ten muss und es auf­grund der Tätig­keit viel­leicht auch bes­ser nicht soll­te.2
Aber neh­men wir mal den Schreib­tisch­tä­ter (zu denen ich mich auch zäh­le): Dem reicht es schon, wenn er nicht glück­lich ist, son­dern „bloß“ zufrie­den. Und dafür braucht es anschei­nend nicht viel:

Bestim­mend für Zufrie­den­heit mit dem Beruf sind vor allem drei Aspek­te: Der Arbeit­neh­mer muss sich sei­nes Jobs sicher sein, statt sich per­ma­nent vor der dro­hen­den Kün­di­gung zu fürch­ten. Zudem muss die Bezah­lung stim­men, und der Stress soll­te sich in Gren­zen hal­ten.

sagt der Indus­trie­so­zio­lo­ge Rudolf Schmidt aus Jena. Das ist alles?? Wie wäre es denn mit Pro­dukt­iden­ti­fi­ka­ti­on, Aner­ken­nung, Selbst­ver­wirk­li­chung? Oder ist das ein Pri­vi­leg der Selbst­stän­dig­keit?
Also ich bin sehr zufrie­den (so ein- bis vier­mal pro Tag) mit mei­ner Arbeit. Da kann ich mich jetzt ja rich­tig glück­lich schät­zen.


  1. Ver­mut­lich unter sei­nen Mit­glie­dern, die wahr­schein­lich nicht des­we­gen Mit­glie­der sind, weil sie ihren Chef so attrak­tiv fin­den, son­dern weil sie mit der Arbeits­si­tua­ti­on unzu­frie­den sind. 

  2. Man stel­le sich einen auto­nom arbei­ten­den Mau­rer – „Ich find den Stein nicht so schick!, Ich nehm‘ ’nen ande­ren.“ – oder Kran­füh­rer vor, oder eine Kran­ken­schwes­ter: „Nö. auf das Medi­ka­ment habe ich heu­te kei­nen Bock, ich gebe dem Pati­en­ten lie­ber ein ande­res“…