So, ich hät­te es mir den­ken kön­nen:

Strei­ken­de Lok­füh­rer sei­en zudem von der Bahn mit einem Not­dienst­plan zur Arbeit gezwun­gen wor­den. (Süd­deut­sche)

Das ken­ne ich vom letz­ten Jahr, als die Ärz­te zu ähn­li­chen Maß­nah­men gezwun­gen wur­den1. Der Trick ist ein­fach, denn er bringt die Leu­te wie­der an die Arbeit, um sie gleich­zei­tig um ihren Ver­dienst zu prel­len, denn auf den haben sie ja kei­nen Anspruch weil sie doch strei­ken.
Ich gewin­ne den Ein­druck, dass die­ser juris­tisch zuläs­si­ge, aber höchst unmo­ra­li­sche Kunst­griff nur des­we­gen nicht ver­bo­ten wird, um das Volk klein zu hal­ten. Das hat Metho­de: ver­dum­men, ver­ar­men, ver­ar­schen.
Und nach­her heu­len sie, sie hät­ten kei­ne aus­ge­bil­de­ten Fach­kräf­te mehr und man müs­se wel­che aus dem Aus­land holen, weil die ande­ren „arbeits­scheu“ sei­en2. Und dann schiebt man sie ab.
Lei­de ich unter Ver­fol­gungs­wahn oder habe ich nur den Ein­druck, dass wir uns seit tau­send Jah­ren kul­tu­rell auf der glei­chen Stel­le bewe­gen?


  1. obwohl die Not­ver­sor­gung immer gewähr­leis­tet war 

  2. und den aus­län­di­schen Arbeit­neh­mern zahlt man dann Nied­rigst­löh­ne, die nur gering­fü­gig über dem lie­gen, was sie — vom glei­chen Unter­neh­men — zu Hau­se auch bekom­men hät­ten