… und falls nicht, ist die Geschich­te wirk­li­ch vor­bild­li­ch erfun­den: Da hat der Chef des ita­lie­ni­schen Nudel­her­stel­lers Ros­si beschlos­sen, ein­mal ver­suchs­wei­se vom Durch­schnitts­ge­halt eines sei­ner Ange­stell­ten zu leben:

1000 Euro net­to hat­te sich Enzo Ros­si zuge­stan­den, 1000 Euro auch sei­ner Frau – das ent­spricht in Asco­li dem Durch­schnitts­ein­kom­men eines ange­lern­ten Fabrik­ar­bei­ters. „Da wir wuss­ten, dass ich und mei­ne Frau mit jeweils 1000 Euro star­ten, haben wir bei allen Aus­ga­ben sehr auf­ge­passt“, erzählt Ros­si. „Wir sind nur ein­mal eine Piz­za essen gegan­gen, habe in bil­li­gen Super­märk­ten ein­ge­kauft und den Kin­dern nur ein neu­es Klei­dungs­stück erlaubt.“ Den­no­ch: „Mit­te des Monats konn­ten wir ihnen kei­nen zwei­ten Kino­be­su­ch erlau­ben, weil wir die Raten für das Haus und die ande­ren fes­ten Kos­ten, die in unse­rer Fami­li­en anfal­len, beglei­chen muss­ten.“


Eine ähn­li­che Erfah­rung — wenn auch kür­ze­rer Zeit­span­ne hate auch ein Herr Rütt­gers gemacht, der sich dazu bereit erklär­te, für ein paar Tage auf eine Fami­lie aus ein­kom­mens­schwa­chem Umeld auf­zu­pas­sen1. Er schaff­te es auch nicht. Nur im Unter­schied zu Herrn Ros­si hat­te das kei­ne wei­te­ren Kon­se­quen­zen für sei­ne Unter­ta­nen. Herr Ros­si hat dar­auf­hin näm­li­ch die Gehäl­ter sei­ner Beschäf­tig­ten erhöht, seit er weiß, wie schwie­rig es ist zu arbei­ten, wenn man sich finan­zi­ell nach der Decke stre­cken muss:

Es ist ein biss­chen Ego­is­mus dabei. Wer monat­li­ch Sor­gen hat, ob er über die Run­den kommt, arbei­tet nicht gut. Ich lebe vom Enga­ge­ment mei­ner Mit­ar­bei­ter, mei­ner Mann­schaft. Ich will, dass sie ruhig und prä­zi­se arbei­ten kön­nen.“

Was ler­nen wir dar­aus: Auch aus unter­neh­me­ri­scher Sicht kann eine sozia­le Ein­stel­lung lukra­tiv sein. Oder anders­her­um: deut­sche Poli­ti­ker kön­nen nicht wirt­schaft­li­ch den­ken. Sie kas­sie­ren Geld und haben kei­ne Ahnung, wem sie es weg­neh­men und wem sie es geben. Es ist eine Bos­heit, es ist Igno­ranz2


  1. Es war Wahl­kampf, und da kam das recht gut an. 

  2. und die ist die höchs­te Form von Dumm­heit