Also stel­len wir uns mal vor, die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung wird ein­ge­führt, obwohl das Ver­fas­sungs­ge­richt sie für wider­recht­lich hält und als unzu­mut­ba­ren Ein­griff in die infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung bezeich­net. In der Igno­ranz des Ver­fas­sungs­ge­richts (und der Ver­fas­sung, man soll­te das mal beto­nen), wird sie von den Län­der­mi­nis­tern auf Vor­la­ge des Bun­des­in­nen­mi­nis­ters trotz­dem durch­ge­führt. Na und? 
Ich bin nun — mal so ange­nom­men — selbst­stän­dig tätig für irgend­ein belie­bi­ges Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men in der tech­ni­schen Redak­ti­on, das von einem grö­ße­ren Kun­den einen inter­es­san­ten Auf­trag hat. Die­ser Kun­de nun gerät ins Visier der Über­wa­chungs­diens­te, weil ein Mit­glied der Geschäfts­füh­rung vor vier Jah­ren in einem Land tätig war, dass gegen­wär­tig zu den „Schur­ken­staa­ten“ gerech­net wird oder die­se zumin­dest unter­stützt. Das Mit­glied (und mit ihm die gesam­te GF) wird nun über­wacht, da man fest­ge­stellt hat, dass immer noch Kon­tak­te in das Land bestehen – ehe­ma­li­ge Arbeits­kol­le­gen halt.
Was jetzt kommt, ist klar: Da der gesam­te Daten­ver­kehr des Unter­neh­mens über­wacht wird bzw. sei­ne Daten auf Vor­rat gespei­chert wer­den, kom­me auch ich ins Netz. Auch hat­te vor neun Jah­ren einen Flug in den Irak gebucht, weil ich von dort bil­lig nach Tokyo wei­ter­flie­gen konn­te. Pech. Ich kann mich ja damit trös­ten, dass ich nur ein Kol­la­te­ral­scha­den bin. Nur: Auf­trä­ge bekom­me ich natür­lich nicht mehr so leicht. Wie aber bean­tragt man als Frei­be­ruf­ler eine Reso­zia­li­sie­rung oder Reha­bi­li­tie­rung?
Aber das ist natür­lich alles weit her­ge­holt und rein fik­tiv. 😉