Das gol­de­ne Prag

Heu­te stel­le ich wie­der ein Kunst­werk vor: eine Bal­la­de. Was ist eine Bal­la­de? Wer damals im Deutsch­un­ter­richt nicht auf­ge­passt hat­te – hier kommt die Erklä­rung (Wiki­pe­dia beschreibt es wie­der am treffendsten):

»In der deut­schen Lite­ra­tur ab dem spä­ten 18. Jahr­hun­dert ver­steht man unter „Bal­la­de“ ein mehr­stro­phi­ges erzäh­len­des Gedicht, das häu­fig mit­tel­al­ter­lich-mär­chen­haf­te, aber auch anti­ke oder zeit­ge­nös­sisch-rezen­te Stof­fe auf­greift und sich oft durch die Hin­füh­rung der Hand­lung zu einem poin­tier­ten Schluss auszeichnet.«

In unse­rer Bal­la­de geht es um Lukas (geb. 65 in Antio­chia, gest. ca. 149 in The­ben), der Pau­lus auf sei­nen Rei­sen beglei­te­te und zunächst in Kon­stan­ti­no­pel (heu­te Istan­bul), spä­ter in Padua in Ita­li­en bestat­tet wur­de. Mög­li­cher­wei­se wird er mit dem Evan­ge­lis­ten ver­wech­selt, so dass sei­ne Hei­lig­spre­chung auf einer Ver­wechs­lung beru­hen könn­te (sie­he dazu auch Wikipedia).

Lei­der lie­gen sei­ne sterb­li­chen Über­res­te aber nur teil­wei­se in Padua, denn eine Hälf­te sei­nes Kop­fes hat­te Kai­ser Karl IV im 14. Jahr­hun­dert mit nach Prag ent­führt. Vor­her hat­te sich aller­dings auch The­ben eine Rip­pe gesi­chert. Die ande­re Kopf­hälf­te liegt übri­gens in Rom.

Wir betrach­ten in unse­rer Bal­la­de also die weit­rei­chen­den und ergrei­fen­den Fol­gen eines schwung­haf­ten Reliqienhandels…

Hier geht es los (PDF, ca. 1,6 MB)