Ich lie­be es: da steht in der Süd­deut­schen unter der Über­schrift „Fit für die Selb­stän­dig­keit?“ ein Test für Men­schen, die wis­sen wol­len, was man braucht, um selbst­stän­dig zu wer­den. Statt nun Tipps zu erhal­ten, wie man Kun­den aqui­riert oder über­haupt erst mal etwas ver­dient, wie man sei­ne Kos­ten in den Griff bekommt und am Jah­res­en­de nicht als Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger dasteht, wer­de ich in einem Text gefragt, ob ich den Unter­schied zwi­schen einer OHG und einer GmbH ken­ne. Son Quat­sch. Wenn ich Frei­be­ruf­ler bin, geht mir das am Aller­wer­tes­ten vor­bei. Gut, es ist nach­voll­zieh­bar: die Umfra­ge hat ein Ver­lag für die deut­sche Wirt­schaft initi­iert. Das bedeu­tet, dass es dar­um geht — ähn­li­ch der Sci­en­to­lo­gy — zunächst Bedürf­nis­se zu wecken, Bil­dungs­lü­cken (ver­meint­li­che) auf­zu­de­cken, und dann mit dün­nen Inhal­ten ordent­li­ch Koh­le abzu­grei­fen. Selbst­stän­dig­keit ist ja nun eng ver­wandt mit Selbst­ver­ant­wort­lich­keit. Und das ist etwas, was in Deutsch­land kei­nen hohen Stel­len­wert genießt.