Da sitzt man nun vor sei­nem Rech­ner und soll einen Text ver­fas­sen: ein Memo, eine Nie­der­schrift der letz­ten Bespre­chung, einen Pro­jekt­plan, eine Pro­zess­be­schrei­bung etc. Was tun? Eine Struk­tur muss her. Etwas, das den Gedan­ken Hand und Fuß ver­leiht, damit man selbst noch Mona­te spä­ter weiß, wor­um es eigent­lich ging. Das ist ein Hor­ror­sze­na­rio – zumin­dest für Alle, die in der Krea­tiv­bran­che arbei­ten, schließ­lich will man ja spon­tan sein, intui­tiv. Natür­lich gilt das auch für alle Ande­ren, die viel mit Infor­ma­tio­nen oder dem eigen­stän­di­gen Ver­fass­sen von Text zu tun haben, denn: Sind wir nicht alle ein biss­chen krea­tiv? Vor allem, wenn man einen Mac­in­tosh sein eigen nennt.

 Zum Pro­dukt:
  • Preis: OmniOut­li­ner 3: $39.95
  • OmniOut­li­ner 3 Pro­fes­sio­nal: $69.95
  • Die meis­ten Funk­tio­nen sind hier nicht erwähnt, aber auf der Pro­dukt­sei­te zu fin­den.
    Dort gibt es natür­lich auch die Demo­ver­sio­nen.
(c) Onm­nigroup

Klar, man greift sich eine bekann­te Text­ver­ar­bei­tung aus Red­mond, schal­tet (sofern man sich damit aus­kennt) in den Glie­de­rungs­mo­dus und wirft sei­ne Gedan­ken in das Doku­ment, um sie damit spä­ter zu sor­tie­ren. Dann kom­men die ers­ten Quer­ver­wei­se dazu: auf Bil­der, PDFs zum The­ma, Anmer­kun­gen zu den Glie­de­rungs­punk­ten. Und schon wird die Arbeit müh­se­lig, denn im Dschun­gel des Pro­gramms muss­te man auf alle Rück­sicht neh­men, nicht nur die­je­ni­gen, die „mal eben“ einen Text glie­dern wol­len. Und so han­gelt man sich durch die zahl­rei­chen und doch nie ganz zutref­fen­den Menüs und ver­sucht sich in „Trial&Error“. Schön, wenn man soviel Zeit hat und dann wie­der zu den Gedan­ken fin­det, die man so allei­ne im Doku­ment zurück­ge­las­sen hat­te.

Muss aber nicht sein.

Die Ober­flä­che: auf­ge­räumt und kon­fi­gu­rier­bar.

Für den Mac gibt es Abhil­fe (und davor sit­zen ja bekann­ter­ma­ßen die noto­risch unstruk­tu­rier­ten „Krea­ti­ven“). Das Pro­gramm heißt „OmniOut­li­ner“ bzw. „OmniOut­li­ner Pro­fes­sio­nal“ und ver­spricht dem Benut­zer ncht mehr, als der Name schon ver­rät: Ein „Out­line“, eine Glie­de­rung zu erstel­len. Die Fir­ma Omni selbst, die schon zu NeXT-Zei­ten Pro­gram­me schrieb, hält sich viel auf die inu­ti­ti­ve Benutz­bar­keit zu Gute. Und das merkt man. Ähn­lich den Ado­be-Pro­gram­men wer­den sind für alle Menü­punk­te Palet­ten vor­han­den, die sich per Tas­ten­kür­zel auf- und wie­der zuklap­pen las­sen, eine Schub­la­den­funk­ti­on für die Glie­de­rungs­über­sicht und wei­te­re Funk­tio­nen. Der Fokus liegt dabei auf der Mac-Maxi­me: der Benut­zer soll bei der Arbeit unter­stützt, nicht von ihr abge­lenkt wer­den.

Für die Arbeit wird eigent­lich kei­ne Maus benö­tigt, da alle Men­übefeh­le per Tas­ten­kür­zel erreich­bar sind oder sich ent­spre­chend bele­gen las­sen. Inter­es­sant wird es aber, wenn Gra­fi­ken ein­ge­bun­den wer­den sol­len: ein­fach drauf­zie­hen und Bilder/​Pdfs wer­den impor­tiert und kön­nen auf ihre Titel­leis­te redu­ziert wer­den. Falls die Gra­fi­ken mit einem ande­ren Pro­gramm geöff­net wer­den sol­len (bei­spiels­wei­se PDFs mit Ado­be Reader), so genügt der Klick auf den Pfeil neben dem Titel und schon star­tet das pas­sen­de Pro­gramm. Nun sind ein­ge­bun­de­ne Gra­fi­ken immer dafür gut, die Datei­grö­ße dras­tisch nach oben schnel­len zu las­sen. No sweat: [ctrl] gedrückt hal­ten beim impor­tie­ren und schon liegt nur die Refe­renz da.

Ich ver­wen­de dies bei­spiels­wei­se, um einen Kata­log zu erstel­len­der oder zu bear­bei­ten­der Gra­fi­ken anzu­le­gen – ein­schließ­lich der Bemer­kun­gen und adres­sen oder Hyper­links der Bezugs­quel­le oder des Ansprech­part­ners. Der Trick mit den Gra­fi­ken funk­tio­niert näm­lich auch mit Adres­sen aus dem Mac-Adress­buch und URLs. Klick drauf und die Adres­se oder URL wird geöff­net. Beque­mer gehts kaum: Drauf­zie­hen, spei­chern, kli­cken. Klei­ne Check­box dane­ben für die bereits erle­dig­ten Arbei­ten, auto­ma­ti­sche Num­me­rie­rung davor, wenns eine Glie­de­rung sein soll. Ein­fach und unkom­pli­ziert.

Auto­ma­tisch jede zwei­te Rei­he ein­fär­ben? Kein Pro­blem. Alle Absät­ze einer Glie­de­rungs­ebe­ne einen Schrift­grad grö­ßer? Nur ein Maus­klick. Audio­auf­nah­me für ein Gesprächs­pro­to­koll ein­bin­den? Locker. Direkt aus dem Doku­ment auf­neh­men? Schon pas­siert. Häu­fig ver­wen­de­te Tex­te zwi­schen­spei­chern? Sim­pel.

Expor­tie­ren. Als Word-Doku­ment gefäl­lig? Ein­fach expor­tie­ren und in Word öff­nen: Glie­de­rung inklu­si­ve Links ist da. Als dyna­mi­sche HTML-Sei­te geht es auch: OmniOut­li­ner legt einen eige­nen Ord­ner an, in dem die HTML-Sei­te als voll funk­tio­na­les Glie­de­rungs­do­ku­ment ent­hal­ten ist (Auf­klap­pen, Links etc.)

Und dann kommt das cools­te: das Doku­ment in Omni­Graff­le (einem ande­ren genia­len Pro­dukt der Fir­ma, wird noch zu einem spä­te­ren Zeit­punkt vor­ge­stellt) öff­nen. Omni­Graff­le fragt kurz nach einem gewünsch­ten Lay­out und kon­ver­tiert das gesam­te Doku­ment in ein Dia­gramm mit magne­ti­schen Lini­en.

Und es ist Spot­light-kom­pa­ti­bel. Einen enor­men Nach­teil hat das Pro­dukt jedoch: das gibt’s nur für den Mac. Sor­ry Folks.