Ein inter­es­san­tes The­ma ver­dient auch eine bevor­zug­te Behand­lung: Vor eini­gen Wochen erschien in der Ars Tech­ni­ca ein Arti­kel über die Geschich­te der Benut­zer­ober­flä­che. Ich haben ihn in der eng­li­schen Ori­gi­nal­fas­sung gelas­sen und um höher auf­lö­sen­de Screen­shots ersetzt als PDF ver­ar­bei­tet, damit Sie den Text auch off­line genie­ßen kön­nen. Kei­ne Angst, so schwie­rig ist das Eng­lisch nicht…

Jetzt die Anmo­de­ra­ti­on:

Wer tie­fer in die Mate­rie ein­drin­gen möch­te, dem sei­en die Sei­ten der Wiki­pe­dia ans Herz gelegt, aus deren Sei­ten auch eini­ge Screen­shots stam­men.

Die Benut­zer­ober­flä­che (GUI, Gra­phi­cal User Inter­face) stellt neben der Maus die ein­zi­ge Mög­lich­keit des Bedie­ners dar, mit dem Com­pu­ter und sei­nen Pro­gram­men zu kom­mu­ni­zie­ren. Die Pro­gram­mie­rer der GUI besit­zen daher einen beson­de­ren Stel­len­wert in der Pro­gramm­ge­stal­tung, da sie mit über den Erfolg und die Akzep­tanz des Pro­dukts ent­schei­den. Die Her­stel­ler der Betriebs­sys­te­me haben jedoch unter­schied­li­che Ansät­ze und tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten ihres Sys­tems (Auf­lö­sung, Hard­ware, etc.), ihre Vor­stel­lun­gen umzu­set­zen. Dar­über hin­aus ent­schei­det auch die betriebs­wirt­schaft­li­che Sei­te über die Imple­men­tie­rung eines „Fea­tures“. Nicht immer ist der benut­zer­freund­lichs­te Ansatz auch der wirt­schaft­lich erfolg­reichs­te (und umge­kehrt).

Es hat den Anschein, als ob die heu­ti­gen Com­pu­ter weit­ge­hend von weni­gen GUI (und noch weni­ger Meta­phern) beherrscht wer­den. Dem war nicht immer so: Es haben sich in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten ver­schie­de­ne Typen der Benut­zer­ober­flä­che immer wie­der gegen­sei­tig befruch­tet und ange­spornt. Ein Patent auf DAS GUI gibt es nicht, so wie es auch kei­nen „typi­schen“ Benut­zer gibt. Im Gegen­teil, gera­de die Kon­kur­renz um die Ober­flä­che der „Desk­töp­pe“ garan­tiert eine ste­te Wei­ter­ent­wick­lung.

Auch wenn es manch­mal so scheint, als ob der tech­no­lo­gi­sche Fort­schritt dem kul­tu­rel­len Erfah­rungs­zu­wachs vor­aus­eilt, spie­geln die Benut­zer­ober­flä­chen einen Aus­schnitt aus der Zivi­li­sa­ti­ons­ge­schich­te der letz­ten 25 Jah­re wider.

Aber las­sen wir den Autor selbst zu Wort kom­men:

Today, almost ever­y­bo­dy in the deve­lo­ped world inter­acts with per­so­nal com­pu­ters in some form or ano­t­her. We use them at home and at work, for enter­tain­ment, infor­ma­ti­on, and as tools to leverage our know­ledge and intel­li­gence. It is pret­ty much assu­med whene­ver anyo­ne sits down to use a per­so­nal com­pu­ter that it will ope­ra­te with a gra­phi­cal user inter­face. We expect to inter­act with it pri­ma­ri­ly using a mou­se, launch pro­grams by cli­cking on icons, and mani­pu­la­te various win­dows on the screen using gra­phi­cal con­trols. But this was not always the case. Why did com­pu­ters come to adopt the GUI as their pri­ma­ry mode of inter­ac­tion, and how did the GUI evol­ve to be the way it is today?“ (Jere­my Rei­mer)

Wer wei­ter­le­sen möch­te, muss sich auf 6,5 MB gefasst machen.