Eine gera­de Linie ist eine Ver­bin­dung zwi­schen zwei Punk­ten. Um eine Kur­ve dar­zu­stel­len, benö­tigt man noch die Krüm­mung. Stimmt? 
Nein! Lini­en bestehen aus Hun­der­ten von klei­nen Punk­ten, die so säu­ber­lich neben­ein­an­der ange­ord­net sind und so dicht bei­ein­an­der ste­hen kön­nen, dass das mensch­li­che Auge sie kaum noch als ein­zel­ne Punk­te wahr­nimmt.

Und das Auge nimmt es erstaun­lich genau: erst ab einer Auf­lö­sung von 800 dpi, also 800 Punk­ten auf einen Qua­dratzoll (6,4516 Qua­drat­zen­ti­men­ter) kann das Auge die Punk­te nicht mehr aus­ein­an­der­hal­ten. Nor­ma­ler­wei­se ist bei den ein­fa­chen Dru­ckern und Papier­sor­ten schon weit eher Schluss. Um das Auge zu täu­schen, wer­den bei nied­ri­ge­ren Auf­lö­sun­gen ger­ne graue Punk­te dazwi­schen­ge­legt, damit ein „glat­ter“ Ein­druck ent­steht.

Die­ser Vor­gang, „Alia­sing“ genannt, führt dazu, dass aus einer gewis­sen Ent­fer­nung tat­säch­lich eine Ver­bin­dung zwi­schen den Punk­ten besteht. Ein Linie ist das aber noch lan­ge nicht. Nun kann ein Dru­cker auf dem Papier natür­lich nur Punk­te abbil­den. Unter dem Ver­grö­ße­rungs­glas kom­men immer nur Punk­te her­aus. Punk­te für Schrift, Punk­te für Zeich­nun­gen und (far­bi­ge) Punk­te für Bil­der.

Digi­tal gese­hen gibt es jedoch Unter­schie­de: auch wenn der Dru­cker schluss­end­lich nur Punk­te machen kann, kön­nen für den Com­pu­ter die Gra­fi­ken und Bil­der durch­aus unter­schied­lich aus­se­hen; der Rech­ner ist näm­lich durch­aus in der Lage, Lini­en als eine Ver­bin­dung zwi­schen Punk­ten (Pixeln) dar­zu­stel­len, indem er mit Vek­tor­in­for­ma­tio­nen arbei­tet. Wäh­rend Foto­gra­fi­en als Pixel­in­for­ma­tio­nen abge­legt wer­den (For­ma­te wie TIFF oder JPEG), kön­nen Zeich­nun­gen als Lini­en unter­schied­li­cher Dicke und Län­ge sowie Krüm­mung berech­net wer­den. Eine Linie ist für das Pro­gramm dann immer ein Kur­ve mit mehr oder weni­ger Krüm­mung. Die Lini­en kön­nen belie­big ver­grö­ßert oder ver­scho­ben wer­den, ohne dass eine ande­re Linie berührt wird.

In der tech­ni­schen Doku­men­ta­ti­on kommt die­ser Bana­li­tät eine hohe Bedeu­tung zu: Gra­fi­ken, die als Pixel­bil­der abge­legt wer­den, kön­nen nur Pixel für Pixel bear­bei­tet wer­den. Ver­su­chen Sie ein­fach, aus Pixeln, die etwa ein Dut­zend Lini­en dar­stel­len, eine ein­zi­ge Linie her­aus­zu­lö­schen: eine Arbeit für Jeman­den, der Vater und Mut­ter erschla­gen hat.

Fazit: Ver­mei­den Sie Pixel, wo immer sie kön­nen. Falls Sie trotz­dem Pixel­bil­der zur Bear­bei­tung (nicht ein­fa­chen Mani­pu­la­ti­on) erhal­ten, rech­nen Sie mit einem etwa 10-15-fachen Arbeits­auf­wand.

Bestehen sie auf Vek­tor­gra­fi­ken (sie­he unten). Immer.

Pixel­for­ma­te sind:

  • TIF (TIFF), „Tag­ged Inter­chan­ge (File) For­mat“. Das Dru­cke­rei­for­mat für Bil­der, da CMYK-fähig
  • JPG (JPEG), „Joint Pho­to­graph­ers (Expert) Group“, ein Stan­dard­for­mat im Inter­net und bei Digi­tal­ka­me­ras mit ver­lust­be­haf­te­ter, aber hoher Kom­pri­mie­rung
  • GIF, „Gra­phic Inter­chan­ge For­mat“, ein wei­te­res Stan­dard­for­mat im Inter­net, dass aller­dings nur 256 Far­ben dar­stel­len kann
  • PNG, „Por­ta­ble Net­work Gra­phics“, ein wei­te­res Inter­net­for­mat, Es ver­eint die Vor­tei­le der bei­den ande­ren For­ma­te: bis 16 Mil­lio­nen Far­ben wie JPEG, aber ver­lust­freie Kom­pres­si­on wie GIF. Dafür aber auch dop­pelt so groß…
  • BMP, „Bit­map“, das ursprüng­li­che Bild­for­mat der Win­dows-Rech­ner: wie TIFF, aber nur im RGB-Farb­raum. Hoch­kom­pres­si­ons­fä­hig.

Vek­tor­for­ma­te sind:

  • EPS, „Embed­ded Post­Script“, EPS kön­nen aller­dings auch nur TIFFs ent­hal­ten.
  • alle Ori­gi­när­for­ma­te der Gra­fik­pro­gram­me wie Macro­me­dia Free­hand (*.fh)Ado­be Illus­tra­tor (*.ai) oder Corel­D­raw (*.cdr)
  • WMF und EMF. „Win­dows Meta File“ bzw. „Enhan­ced Meta File“. Die Ant­wort der Win­dows-Rech­ner auf EPS, da Win­dows-kom­pa­ti­ble Pro­gram­me häu­fig mit Post­Script Schwie­rig­kei­ten haben.