Ein ehr­wür­di­ges Hand­werk, das Dru­cken. Seit Guten­berg den Druck mit den beweg­li­chen Let­tern erfun­den hat­te, gab es eigent­lich nur eine nen­nens­wer­te Umwäl­zung in den letz­ten 500 Jah­ren: DTP.

Das „Desk Top Publi­shing“ jedoch bedeu­tet nicht nur eine Umstel­lung des Druck­ver­fah­rens von der Plat­te (oder Folie) auf ein com­pu­ter­ge­stütz­tes Ren­de­ring, son­dern zieht förm­lich einen Rat­ten­schwanz digi­ta­ler Ände­run­gen mit sich.

Dru­cke­rei­en benö­ti­gen Daten im „PostScript“-Format oder (teil­wei­se) als PDF. Rufen Sie bei der Dru­cke­rei an und las­sen Sie sich bera­ten, in wel­chem For­mat und mit wel­chen Ein­stel­lun­gen Sie ihre Daten schi­cken sollten. 

Pro­ble­ma­tisch kann es auf der Win­dows-Platt­form wer­den, da Win­dows (egal wel­cher Sys­tem­ver­si­on) eigent­lich Post­Script nicht kom­plett unter­stützt. Da müs­sen Sie even­tu­ell nachinstallieren.

Zu dru­cken­de Bücher wer­den nicht erst als Mus­ter gedruckt, nach­be­lich­tet und dann end­gül­tig mon­tiert, son­dern direkt digi­tal ange­lie­fert. Die Voll­stän­dig­keit und Kor­rekt­heit der Daten obliegt dem Zulie­fe­rer, der Dru­cker selbst kann sie nur noch über­prü­fen. 
Jetzt aber ist der schwar­ze Peter beim Redak­teur gelan­det, der die Daten auf­be­rei­ten und vor­be­rei­ten soll, ohne dass er eine Ahnung von der Kom­ple­xi­tät des Dru­ckens und den mög­li­chen Stol­per­stei­nen hat.

Fol­ge­rich­tig müs­sen Redak­teur und Dru­cker eng zusam­men arbei­ten, um den „Work­flow“ opti­mal zu gestal­ten. Dazu zählt auch die Ver­rin­ge­rung des Medi­en­wech­sels: Wenn die Daten schon digi­tal vor­lie­gen (was seit 15 Jah­ren kaum ein Pro­blem sein dürf­te), soll­ten sie auch digi­tal wei­ter ver­ar­bei­tet wer­den kön­nen. Das heißt, aus dem Com­pu­ter des Redak­teurs soll­ten sie fix und fer­tig zur digi­ta­len Mon­ta­ge in den Com­pu­ter des Dru­ckers ein­ge­speist wer­den: Com­pu­ter to Pla­te („C-t-P“) ist das Modewort.

Obwohl sich nam­haf­te Her­stel­ler dazu schwin­del­erre­gend teu­re (und all­tags­taug­li­che) Lösun­gen haben ein­fal­len las­sen, muss der digi­ta­le Arbeits­ab­lauf nicht immer über 100.000 – kos­ten. Meist reicht schon eine kur­ze Abspra­che mit dem Dru­cker, der die erfor­der­li­chen Ein­stel­lun­gen der Druck­da­ten dem Redak­teur mit­teilt.
Theo­re­tisch zumindest…

Prak­tisch kann das jedoch so aus­se­hen, dass der Dru­cker sagt, es sei ihm egal, wie die Daten gelie­fert wer­den, Haupt­sa­che sie sei­en auf einer (oder meh­re­rer) 3,5″-Diskette(n), denn — man höre und stau­ne — „Ich rede doch nicht mit einem Com­pu­ter“… (Ori­gi­nal­zi­tat) 
Es han­del­te sich um eine Post­Script-Datei in der Grö­ßen­ord­nung von 1,5 MB.

In die­sem Fall emp­fiehlt sich der Wech­sel der Dru­cke­rei, denn neben den erwähn­ten digi­ta­len Ver­fah­ren des Dru­ckens selbst gehört auch der digi­ta­le Anschluss an die Außen­welt zum guten Ton. So gut ein Dru­cker auch sein Hand­werk ver­ste­hen mag, erst wenn er auch in der Lage ist, am Work­flow teil­zu­neh­men, lässt sich die­ser optimieren.

Ande­ren­falls fal­len Dru­cke­rei­en aus dem DTP-Pro­zess her­aus und stel­len sich selbst ins Abseits. Und das wäre wirk­lich scha­de um ein so soli­des Handwerk.