Nicht jede Schrift ist gleich; man­che sind Kunst­wer­ke, ande­re die­nen nur der Funk­tio­na­li­tät. Ihnen allen ist jedoch gemein­sam, dass sie dem Leser mehr ver­mit­teln sol­len als nur Infor­ma­ti­on und Inhalt.

Let­tern kön­nen eine Bot­schaft besit­zen, sie spre­chen eine bestimm­te Leser­ge­mein­de an, sie erleich­tern oder erschwe­ren das Lesen, sie ver­hin­dern oder beschleu­ni­gen den Infor­ma­ti­ons­fluss ? oft ohne dass sich der Leser dar­über im Kla­ren ist.

Dabei gibt es eini­ge ein­fa­che Unter­schei­dun­gen, deren Kennt­nis dabei hel­fen kann, sinn­voll und vor allem zweck­mä­ßi­ge Typo­gra­fie ein­zu­set­zen und zu erken­nen. Her­vor­ste­chen­des Merk­mal einer Schrift ist zunächst die Unter­schei­dung, ob sie „Seri­fen“ besitzt oder nicht.

Anti­qua
Anti­qua-Schrif­ten sind am leich­tes­ten an ihre Seri­fen erkenn­bar. Seri­fen sind klas­si­sche Kenn­zei­chen einer Schrift, deren Ziel es ist, dem Auge eine unge­stör­te Auf­nah­me der Infor­ma­ti­on zu erlau­ben. Dies geschieht durch die Nach­ah­mung des Feder­an­sat­zes und -absat­zes bei der Hand­schrift. „Seri­fen“ sind klei­ne „Schwänz­chen“ an den Let­tern, die einen opti­schen Über­gang zum fol­gen­den Buch­sta­ben schaf­fen sol­len (sie­he Bild rechts oben). Damit fällt es dem Auge leich­ter, Wort­grup­pen zusam­men zu fas­sen und gan­ze Wör­ter zu lesen. Seri­fen­schrif­ten wer­den daher vor allem bei lan­gen Tex­ten ein­ge­setzt, da sie ein gleich­mä­ßi­ges Bild und so ermü­dungs­freie­res Lesen bieten.

Gro­tesk
Gro­tesk (auch Moder­ne oder Goti­sche) sind seri­fen­lo­se Schrif­ten, die erst zu Beginn des zwan­zigs­ten jahr­hun­derts ent­wi­ckelt wur­den. Sie sind tech­nisch leich­ter her­zu­stel­len und sol­len ein nüch­ter­nes Schrift­bild erzeu­gen. Ihnen fehlt der Über­gang zum nächs­ten Buch­sta­ben. Daher sind sie für län­ge­re Tex­te weni­ger geeignet.

Gro­tesk­schrif­ten wer­den für Über­schrif­ten und kur­ze, tech­ni­sche Tex­te ver­wen­det. Sie sind eine Erfin­dung des aus­ge­hen­den 19. Jahr­hun­derts, als gedruck­te Infor­ma­tio­nen auch auf Papier schlech­te­rer Qua­li­tät ver­teilt wer­den sollte.